Vorschau

Plakat WASSER 3web

In der Kunst der letzten Jahre sind die vier Elemente Wasser, Luft, Feuer und Erde erneut Sujets aber auch wichtiger Bestandteil künstlerischer Materialien geworden. Im Allgemeinen kann die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Naturzuständen und ihren unterschiedlichen Aggregatzuständen auch als Antwort auf die fortschreitende Anonymisierung und Gettoisierung der Informationsgesellschaften des 21. Jahrhunderts verstanden werden. Wasser, die Naturdarstellung generell, ist für viele Künstler ebenso ein Verweis auf die Hektik der Großstadt, so bedeuten z.B. das Motiv der Menschenlosigkeit des Meeres (Jochen Hein, Norbert Toelle), Abwesenheit von konkreter Zeit und Ortsangaben, das bewusste Verschwimmen von Realität und Virtualität, ein Hauptmerkmal aktueller Kunst. Immer wieder wird der Betrachter auf das Meer, dessen Weite und im doppelten Wortsinn dessen Tiefgründigkeit zurückgeworfen. Er konzentriert sich auf Wellen ihre Bewegung, die Lichtreflexe, ihre Rastlosigkeit. Die Rückbesinnung auf die Elemente der Natur, die Prozesse und Entwicklungen, speziell auf das Wasser selbst als Material und Bedeutungsträger, zeigt sich in ganz unterschiedlichen Zugriffsweisen und Motiven: Unbezähmbare Wellen (Jochen Hein), regennasse Fenster (Wjatcheslaw Dawydow), Eislandschaften (Daniel Sambo-Richter), Menschen im Wasser (Thomas Bayrle, Dieter Mammel, Sigrid von Lintig, Klaus Weddig), Wasser als Material (Fabrizio Plessi, Sandor Szombati).

Die Ausstellung belegt, wie heute Zeichner, Maler, Bildhauer, Fotografen und Video‑Künstler die Darstellung von Wasser eigenständig bewältigen. Neben den formalästhetischen Anreizen der Bildwelten werden aber auch Fragen gestellt, wie wir mit dem Wasser im Alltag umgehen, die Vergiftung und Verschmutzung dieser Lebensressource wird problematisiert.

Weitere Künstler der Ausstellung: Christoph Brech, Micheal Fieseler, Uschi Lüdemann, Detlef Orlopp, Mario Reis, Reinhard Roy, Andrew James Ward, Heide Weidele, Robert Krischan ter Horst, Jürgen Wegener, Stefanie Brüning, Frauke Gloyer, Almut Heise, Wolfgang Hambrecht, Carole Feuerbach, Franz Schensky, Rainer Gottemeier, Johannes Schramm, Christine Wigge u. a.

Besondere Akzente im Außenbereich:

Kunststoff-Plastiken von Heide Weidele unter der Bezeichnung „Wasserspiele“ im Becken vor der Konzertmuschel

Eine „Seerose“ aus Kunststoffteilen von Jürgen Wegener, ebenfalls im Becken

Das Goethe-Zitat „Des Menschen Seele gleicht dem Wasser“ aus schwimmenden Buchstaben auf der Usa, gut von der Galerie aus zu sehen, installiert von Christine Wigge