Vorschau

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Vorwiegend dynamisch, verdichtet und schwebend sind die Arbeiten der drei Künstler aus Gießen, Stuttgart und Essen.

Unter einem Schwarm von blauen Überfliegern und großformatigen Copy-Sights von Michael Ecker   befinden sich strahlende, komprimierte Farb-Objekte und Bilder von Jürgen Paas und die filigranen sich vorsichtig bewegenden Objekte von Erwin Herbst.

MICHAEL ECKER, geb. 1954 in Frankfurt am Main absolvierte von 1982- 1986 ein Studium der Geschichte und visuellen Kommunikation. Seine Arbeiten werden auf Kunstmessen und in Galerien präsentiert. Seit 1997 hat der Künstler die Copy-Kunst zu seinem Thema gemacht. Unter dem Motto „COPY-SIGHTS“ ist das vorherrschende bildgebende Element die Kopie. Das durch die Vervielfältigung zunächst zerstörte Original mutiert zur Massenware und generiert durch die manuelle Transformation erneut zum Original, gleich dem Phönix, der sich erneuert aus seiner eigenen Asche erhebt.

Die filigranen, häufig mehrteiligen Skulpturen von ERWIN HERBST, entwickeln Spannung aus dem Kontrast zwischen der Schwere des Materials einerseits und der Leichtigkeit der formalen Gestaltung andererseits. Rundstäbe aus Stahl beschreiben geometrische Formen an der Wand oder im Raum. Hierbei bestehen die Bodenarbeiten des 1958 in Löchgau geborenen Bildhauers zumeist aus einem starren und einem mit diesem verbundenen beweglichen Element, das die Grundform der Plastik wiederaufnimmt und um das Moment der Bewegung ergänzt. Die durch Luftzug oder Anstoßen in Schwingung, Pendel- oder Drehbewegung versetzten Skulpturen überraschen durch die Vielfalt der sich ergebenden Formen und beginnen ein Spiel mit der räumlichen Vorstellung des Betrachters.

JÜRGEN PAAS, 1958 in Krefeld geboren, lebt und arbeitet in Essen. 1981 – 87 absolvierte er ein Studium an der Hochschule Essen bei László Lakner, Rudolf Vombeck und Franz Rudolf Knubel; 1991 – 92 folgte ein Studium an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts, Paris. 2001 erhielt er einen Lehrauftrag für Malerei am Institut für Kunst und ihre Didaktik an der Universität Dortmund und 1995 – 2002 einen Lehrauftrag für Bildnerische Experimente an der Hochschule Essen. 2002 – 03 war er als Professor für Malerei am Institut für Kunst und ihre Kunsttheorie an der Universität Köln tätig.

Formal greift Jürgen Paas Elemente der Minimal Art auf – er schafft Rechtecke, Quadrate, Kuben und übersetzt sie in ein offenes Malereisystem, das Einzelaspekte wie Farbe, Form und Raum befragt. Hierbei verbindet er Systematik und Ordnung mit Regellosigkeit, die sich in einer äußerst variablen Materialmalerei äußert. Seit jüngerer Zeit gehören auch der Kreise und Kreissegmente zum Formenvokabular des Künstlers. Auf die Wand gemalte und montierte verschiedenfarbige Figurationen stehen im Dialog mit den darauf oder daneben platzierten Archivsystemen von Halterungen, Farbtafeln und Farbbändern. Die regelmäßigen geometrischen Formen von Kreis, Rechteck und Quadrat geben eine mathematische Klarheit vor, im Zusammenspiel aber suggerieren sie einen rhythmischen Zusammenklang, der im Sinne synästhetischer Wahrnehmung ein polyphones Gesamtkunstwerk zur Anschauung bringt.