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Liebe Bad Nauheimer und liebe kunstinteressierte Gäste,

der Kunstverein Bad Nauheim lädt Sie sehr herzlich zur Ausstellung
Gottes Werk und Teufels Beitrag“ von Cardenas ein.

Die Eröffnung findet am Freitag, den 19. Oktober 2018, um 19 Uhr statt.

Gottes Werk und Teufels Beitrag

Gottes Werk und Teufels Beitrag

lautet der Titel der Ausstellung mit Fotoobjekten von Rafael Cardenas in Anlehnung an den gleichnamigen Roman von John Irving von 1985 (Originaltitel „The Ciderhouse Rules“).

Der Titel macht stutzig und ist die erste Einladung, sich mit den Fotoobjekten Cardenas‘ näher zu beschäftigen. Kenner des Romans und seiner Verfilmung werden die Anspielung verstehen.

Die runden, flachen Fotoobjekte von 100 cm Durchmesser, Pigmentdruck kaschiert auf Acrylglas und Alubond üben eine große ästhetische Ausstrahlungskraft aus. Nähert man sich den Objekten, erkennt man Landschafts-Fotographien, freilich aus ungewohnter Perspektive. Wir sehen Landschaften aus der Vertikalen und nicht wie gewohnt aus der Horizontalen. Wir betrachten einen Ausschnitt der Erde, auf der wir leben, aufgenommen aus 20 km Höhe. Dieser „distanzierte“ Blick zeigt dem Betrachteter etwas abstrakt Wirkendes: Strukturen, Flächen, Muster, Linien, Punkte, Kreise, leuchtende Farben, wie er sie  bislang noch nicht gesehen hat. Er erhält eine ganz neue Übersicht, erkennt Zusammenhänge: die Wechselwirkung von Natur und Zivilisation.

Man muss sich den Fotoobjekten im wahrsten Sinne des Wortes nähern, ganz nah herangehen, um Details zu sehen, und diese Strukturen, Muster, Flächen, Linien, Punkte, Kreise, leuchtende Farben als das zu erkennen, was sie darstellen. Aus der Nähe betrachtet sind die Fotoobjekte Bilderrätsel oder Suchbilder.

Cardenas‘ Fotoobjekte sind rund wie die Erde, weil er vermeiden möchte, dass harte Ränder und Ecken den Blick auf die Landschaft begrenzen. So kann man in ihnen versinken, wenn man nahe davor steht.

Einige dieser Landschaftsaufnahmen zeigen sehr deutlich den menschlichen Eingriff in die Natur. Da sind Minen im Tageabbau zu sehen oder Felder der Salzgewinnung, riesige Plantagen, extensive und intensive Landwirtschaft, Kanalsysteme u.v.m. Dennoch geht es Cardenas nicht um vordergründige Kritik an der rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen unserer Erde. Ihm geht es um die ästhetische Auseinandersetzung mit Ansichten unserer Welt.

Ihr Vorstand des KVBN